sublim II

6 Stücke neuer, spannender Kompositionen
und wieder ein wunderbares Cover von Jana Müller- Heuser mit einem fantastischen Foto von Christoph Hillmann
weitere Fotos von Florian Schwinge und Oskar Henn
Linernotes von Ali Haurand (hier)
mit einer Gastperformance von Sam-Leigh Brown mit Text und Gesang auf "Urban Vocal Version"
und dem "Hidden Track" am Ende des letzten Stücks...


Titelübersicht/Auschnitte hören

Kritiken

Auch die zweite CD brachte es fertig, sowohl das zahlreiche Publikum auf den Konzerten der Präsentationstour als auch gleichzeitig die Kritik zu begeistern! Mehrmals erreichte die CD bei den Kritikern Höchstwertung und war bei den Mitarbeitercharts der Zeitung "Jazzthing" gleich drei Mal auf der Liste "Unsere Lieblinge 2004" vertreten.

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Frankfurter Rundschau

Jazzthetik



Kölner Stadtanzeiger

sonic


stereoplay

Stadtrevue Köln


Jazzthing

Jazzpodium


arte

CD-Tipp Melodiva Net Club


Onlinezeitung Westzeit

clarino.print /feature


Ulrich Kurth auf WDR 3 "HörZeichen"

clarino.print /rezension

Sonntags Report Leer

Soester Anzeiger






Jazzthetik Februar 2005, Höchstwertung: fünf Sterne
Angelika Niesciers Geschichte ist eine Erfolgsgeschichte. Ihr Debütalbum sublim hat sich erstaunlich gut verkauft und der Nachfolger sublim II ist die beste deutsche Jazzplatte der letzten zehn Jahre, um einmal eine runde Zahl zu nennen. Aus der Ferne grüßen Christof Lauers Evidence von 1995 und André Nendzas Lichtblau aus dem Jahr 2002 (übrigens ebenfalls auf shaa erschienen - das winzige Label hat sich damit längst als Deutschlands größter Talentschuppen erwiesen). Ebenfalls zwei herausragende Platten, aber Sublim II ist noch besser.
“Jazz isn´t dead, it just smells funny" hat bekanntlich Frank Zappa einmal behauptet - nun, wenn der Jazz auch tatsächlich schon fast tot gewesen ist, Angelika Niescier zeigt, wieviel Leben noch in ihm steckt. Und es ist Jazz - kein TripHop, kein Crossover, keine Fusion, kein Weltmusik, kein vermeintlicher Erfolgsproduzent, der ihr ein angeblich maßgeschneidertes Projekt auf den Leib geschneidert hat (“Niescier plays for lovers"), kein Mix aus hippen Clubsounds und blablabla.
Majestätisch reckt der Jazz auf Sublim II seine Flügel - und siehe da, sie schimmern in der Sonne.
Bei Angelika Niesciers Debüt konnte man noch von einem Achtungserfolg sprechen und sich mit Kritikerphrasen wie “für eine deutsche Platte, die von einer Frau und dazu noch von einer Instrumentalistin stammt, ganz gut" behelfen. Bei Sublim II hilft das nicht mehr weiter -
die Platte ist ein Geniestreich. Zum Vergleich: The Magic Hour, das Blue-Note-Debüt von Wynton Marsalis und eine richtig klasse Platte, ist dagegen eine nette Etüde.
Aber ist Sublim II deswegen ein Wunder? Eigentlich nicht. Qualität ist erklärbar: Angelika Niescier ist eine Musikerin, die vor Intensität brennt, ohne deshalb esoterisch zu wirken, sie ist eine seriöse Künstlerin, die ihr
Schaffen intellektuell reflektieren kann - und das auch gerne tut -, ohne deshalb verkopft zu sein und sie schreibt Stücke, die komplex und kompliziert sind und doch in einem selbstverständlichen Ideenfluss daherfließen.
Ihr großes Vorbild ist John Coltrane und so oft man diese Tatsache auch hin und her dreht und gegen sie zu wenden versucht - letzten Endes habe ich keine Argumente gefunden, die die obsessive Beschäftigung mit Coltrane in einem negativen Licht erscheinen lassen. Denn wie Coltrane wird Angelika Niescier schlicht und einfach von einer magischen Spiritualität angetrieben, die mit platter Frömmigkeit nichts zu tun hat - sie ist erfasst von einer Hingabe an ihre Musik, die diese so dringlich und zugänglich zugleich erscheinen lässt. Wenn man ihre Platte hört oder sie auf der Bühne spielen sieht, dann weiß man, dass diese Musik gemacht werden muss - “art is a necessity, not a luxury" (Sir Simon Rattle). Ob Modern Jazz “in" oder “out" ist, ob Plattenfirmen am liebsten Sängerinnen signen, die einen Knopf zuviel an ihrer Bluse öffnen, ob “the next big thing" Bluegrass mit Techno-Einflüssen ist - das alles findet in einem Parallel-Universum statt, von dem Angelika Niescier natürlich nicht unberührt ist, mit dem sie aber zum Glück nichts zu tun hat.
“Angelika Niescier plays Coltrane wird es niemals geben", erteilt die 29-jährige solchen Marketing-Überlegungeungen eine Absage."Denn das wäre komplett überflüssig. Ich hoffe auch, dass das niemand macht, es sei denn, er hat das Gefühl, er muss es tun. Ich will lieber mit meiner eigenen Musik überzeugen".

Obwohl Angelika Niesciers Quartett und insbesondere ihr Schlagzeuger Christoph Hillmann mit seinem einzigartig rumpelnden Beat viel zum Gelingen von Sublim II beigetragen hat, so schwebt doch Angelika Niescier mit ihrem Altsaxofon über allem - sie ist bei uns und und doch in Wirklichkeit ganz weit weg. Und das ist vielleicht doch ein Wunder.
In fünfzig Jahren werden von Angelika Niescier 5-CD-Boxen (oder meinetwegen virtuelle Datenströme) unter dem Namen “The Lost Loft Tapes" oder so ähnlich erscheinen - seien Sie doch einfach heute schon dabei und nehmen Sie teil an der Evolution der größten deutschen Jazzsaxofonistin (die in Polen geboren wurde, aber soviel Patriotismus muss sein)!
Ulrike Proske


Hans-Jürgen Linke, Frankfurter Rundschau April 2005

Zur Sache kommen

Was mit dem Jazz geschieht, wenn junge Leute ihn spielen

Stimmt gar nicht, dass der Jazz nur eine Musik von älteren Herren für ältere Herren ist, es gibt genügend Gegenbeweise, nicht nur aus Norwegen. Jung allerdings ist man im zeitgenössischen Jazz um die 30, wer unter 30 ist, ist erstaunlich jung. Dass man hier nicht schon mit 19 große Töne spucken kann, liegt daran, dass in der improvisierten Musik mittlerweile Voraussetzungen an Spieltechnik, an Form-, Geschichts- und Selbstbewusstsein gegeben sein müssen, die ohne eine Reihe von Lehrjahren nicht zu haben sind; zumal der Jazz sich heute auf zwei Gebieten zugleich behaupten muss, dem des Konzipierens und Komponierens und dem des spontanen Erfindens.
Die neue Generation
Die jungen Jazzmusiker sind abgeklärt und voller Energie. Sie haben alles gelernt, was zu lernen war und sind bereit und in der Lage zur Verletzung von Konventionen, Formen und Vorgaben, nachdem sie deren subtile Botschaften aufgenommen und verarbeitet haben. Sie sind, gemessen an früheren Musikergenerationen, Wunderkinder. Wenigstens einige von ihnen.
Nils Wogram etwa (...)
Den Jazz neu erfinden, das tut auf eigene Weise auch das erstaunlich junge Trio \[em\] mit Michael Wollny, Klavier, Eva Kruse, Bass, und Eric Schaefer, Schlagzeug (...)
Das gilt auch für eine Duo-CD, auf der der Pianist Michael Wollny mit Heinz Sauer zu hören ist. (...)
Auf Geschichte scheint die Saxofonistin Kathrin Lemke weniger Wert zu legen. (...)

Und dann ist da noch Angelika Niescier. Ihr Auftritt ist weniger unbekümmert als der von Kathrin Lemke, weniger lakonisch als der von Michael Wollny und nicht ganz so geschichts-schwelgerisch wie der von Nils Wogram. Ihre Band verzichtet nicht auf dramatische Verläufe und nimmt sich etwas mehr Zeit zum Spielen - nicht für Umständlichkeiten, sondern für die Entfaltung von Klangbewusstsein. So entsteht eine grundierende Ruhe, vor der sich die Musik feinsinnig und mit großer Intensität zusammenfügt. Die Band ist auf einem geradezu aufregenden Niveau mit sich im Reinen, und vieles deutet darauf hin, dass sich bei Angelika Niescier einige der besten intellektuellen und spielerischen Traditionen der Kölner Jazz-Szene kristallisiert haben: der reichhaltigsten, die in Europa in den letzten drei Jahrzehnten entstanden ist.



Carina Prange, sonic- Magazin für Holz- und Blechbalsinstrumentarium
März/ April 2005
Selten begnet man einer Gruppe, die bereits mit dem ersten gespielten Ton das Gefühl vermittelt, dass man etwas Aussergewöhnliches hört. Im Falle der Band Angelika Niescier ist dieses prägende Element das Saxophon der Namensgeberin, welches mit unglaublicher Präsenz und Klarheit spielt, gleichzeitig auch Melodie und Lyrik nicht vermissen lässt. Was andere Musiker vergeblich anstreben- die Niescier hat es bereits: den eigenen Sound. Die im polnischen Szczecin geborene und seit über zwanzig Jahren in Nordrhein-Westfalen lebenede Saxophonistin ist auch in anderer Hinsicht eine Ausnahmeerscheinung: Anders, als viele ihrer Kollegen spielte sie von Anfang an Eigenkompositionen. Kein vergleichbares Vorbild ist in Sicht, dem sie ihre kompromisslose, freie, experimentelle und phantasievolle Musik entlehnt haben könnte. Ihr Stil, den sie auf Alt- und Sopransaxophon, gelegentlich auch Flöte und Bassklarinette umsetzt, ist druckvoll, expressiv und höchst individuell- nicht grundlos wurde sie im Oktober 2004 auf arte-kultur als "eine der aufregendsten Stimmen im deutschen Jazz" bezeichnet.

(...)Angelika Niescier kann zahlreiche Auszeichnungen vorweisen, darunter den "Förderpreis für Musik der Stadt Düsseldorf" (1998), den "Föderpreis für junge Künstler des Landes NRW" (2003) oder die "Förderung von Konzerten von Komponistinnenaus NRW"(2004). Nach ihrem ersten Album sublim legte die Musikerin nun mit sublim II in unveränderter Quartettbesetzung ein neues Werk vor. Hans Lüdemann am Piano, Sebastian Räther am Kontrabass und Christoph Hillmann am Schlagzeug entstammen allesamt der Kölner Szene. Auch sublim II schmückt sich durchweg mit eigenen Kompositionen, die das durch keinerlei Scheuklappen begrentzte Musikverständnis der Künstlerin offenbaren.

Neben der Arbeit mit ihrem Quartett spielt Niescier im Duo mit dem bekannten Kölner Jazzbassisten Andre Nendza oder tritt mit eigenem Saxophon-Soloprogramm auf. Aber auch interdisziplinär ist Niescier erfolgreich: ihr Engagement gilt, neben der Komposition von Theatermusiken, vor allem der Umsetzung von Projekten im Spannungsfeld von Literatur und Lyrik, Film und Bildender Kunst. Ein in dieser Hinsicht bemerkenswerter Event war "Begegnungen I-IV"- eine Veranstaltungsreihe um Jazz, Lyrik, Tanz und Kurzfilmkunst, durchgeführt in Kollaboration mit der Brotfabrik Bonn. "Dabei ging es" erläutert Niescier, " um die Inspiration durch die jeweiligen Grundideen der Genres sowie deren spontane Begegnung abgeleitet von den zwei Hauptideen des Jazz: Komposition und Improvisation." Ein weiters, einschlägiges Projekt, die Tanzperformace "Die 7 Todsünden", bei der sich die Musikerin für Komposition sowie Präsentation zeichnet, wurde im Sommer 2004 uraufgeführt.

Seit 2003 beschäftigt sich Angelika Niescier intensiv mit Konzeption und Durchführung von Projekten im Bereich "Jazz for Kids": Motivation ist, die Kinder intuitiv an der Geschichte des Jazz teilhaben zu lassen, sie das Mittel der Improvisation kennen lehren.



Martin Woltersdorf, Kölner Stadtanzeiger Januar 2005

Ästhetik des Saxophons (Neue Jazzaufnhamen, vorgestellt von Martin Woltersdorf)

Angelika Niescier ist der Senkrechtstarter hierzulande. Das in Stettin geborene Allround-Talent erhielt diverse Auszeichnungen, das Debüt- Album seiner Gruppe „sublim“ (shaa-music) lobten Insider und Fans gleichermaßen. Jetzt ist „sublim II“ auf dem Markt, ein echter Knaller. Die Stücke graben sich sofort ins Gehör. Ein Ton, zwei Töne, die Melodie entwickelt sich wie eine Kettenreaktion, nachvollziehbar, indessen nie vorhersehbar. Die Combo agiert wie aus einem Guss.



Stereoplay Januar 2005
Die seit 1981 in Deutschland lebende Polin spielt ihr Saxofon so ideenreich, dass sie im Blindtest gegen internationale Giganten bestehen würde - man höre nur das Eröffnungsstück "Mirum" auf diesem feinen Album. Kommt hinzu, dass Angelika Niescier auf ihrer Tour de Force durch die moderne Jazz-Welt ein perfekt eingespieltes Dreier-Team an Piano, Bass und Drums hinter sich weiß. Immer wieder hört man die Komponistin von Tanz- und Theatermusiken heraus.


Rolf Thomas, JazzThing November- Januar 2004/2005
Waren die Coltrane -Einflüsse auf der hervorragenden Debüt-CD ?sublim? deutlich anzuhören, so dringt Angelika Niescier auf sublim II. (...) immer weiter zu ihrem eigenen Kern vor. Der ist nicht leicht zu fassen und besteht aus dem "Besonderen, dem Rätselhaften, dem Ungewohnten, dem Mehrdeutigen" (wie Niescier in den Linernotes zum Opener Mirum selbst schreibt), doch die junge Saxophonistin nähert sich ihm mit unbändiger Kraft und Spielfreude, unterstützt von ihrem Quartett, zu dem neben Pianist Hans Lüdemann und Bassist Sebastian Räther der außergewöhnlich druckvoll swingende Schlagzeuger Christoph Hillmann gehört. Die fünf Eigenkompositionen sind vielseitig und inspiriert- unfassbar, dass modern Jazz aus Deutschland so gut klingen kann.

Max Annans, Stadtrevue Köln, November 2004
sublim II heißt die CD, sublim heißt das Quartett sublim ist auch das Motto der Komponistin und Saxofonistin . Nicht zu gegenständlich, nicht zu konkret, dafür mit viel Tiefe und mit der Idee ausgerüstet, dem Publikum Räume zu eröffnen, die es intuitiv betritt. (...) Im Gegensatz zum Vorgänger wirkt sublim II kompakter, konzentrierter und weniger verspielt. Das Quartett ist dichter im Spiel, näher zusammengerückt durch die Erfahrung von mittlerweile vier Jahren in der gleichen Besetzung. Prägend für den Sound ist das Sax von Angelika Niescier, die alle Stücke selbst schreibt. Ihr Ton ist voller Melodie, gleichzeitig deutlich in der Artikulation und ohne sinnlose Überproduktion in der Improvisation. Die Konzentration, mit der die Combo ans Werk geht, steht einer angenehmen Lässigkeit und Erzählfreude nicht im Weg. Hans Lüdemann, Sebastian Räther und Christoph Hillmann zeigen zusammen mit ihrer Chefin, dass man Jazz als zeitgenössisches Modell von Musik immer noch ernst nehmen kann.

Kurzportrait anlässlich der CD-Präsentationstour auf arte-kultur, Oktober 2004
Angelika Niescier ist zur Zeit eine der aufregendsten Stimmen im deutschen Jazz.

Onlinezeitung Westzeit, Oktober 2004
sublim II lebt von Brüchen, die ihrer Zusammensetzung harren, und von komplexen Klangstrukturen, die aus der Hektik ins Zarte gleiten und vom Zarten in ungebändigte Ekstasen. Erfreulich ist es besonders, dass as Nachfolgealbum innerhalb eines Konzeptes die gleiche Qualität aufweist wie der Erstling. Angelika Niescier ist es gelungen, Anspruch und Wirklichkeit gleich bleibend hoch zu halten. Das ist selten in der Musik, und im Jazz erst recht.
4 Hunde (Höchstwertung)

Ulrich Kurth auf WDR 3 "HörZeichen" Oktober 2004
Sie stammt aus Polen, aus Szczecin und lebt seit 23 Jahren in NRW. Sie studierte Saxophon und Komposition an der Folkwang Musikhochschule in Essen. Allein die Förderpreise, die sie von Städten und vom Land erhalten hat, weisen sie als Aushängeschild des Jazz in NRW aus. Ihr Name: Angelika Niescier. Ihre aktuelle CD: sublim II

(...)Natürlich gibt es ein Thema, eine Form, Akkorde und kommunikative Absprachen. Aber das Notenblatt wird nicht mit immer variierten Melodien abgespielt, sondern es regt die Musiker zu offener Kommunikation an, um zu einer authentischen gemeinsamen Sprache zu finden. Angelika Niescier ist die Frontfrau des Quartetts und steuert die musikalischen Prozesse. Sie zeigt sich als eine kompetente und kommunikative Saxophonistin und Komponistin, in jeder Hinsicht eine gestandene Profimusikerin. Sie reist nicht auf einem Frauen-Bonus-Ticket angesichts der Tatsache, dass Frauen im Jazz selten anzutreffen sind, es sei denn sie singen. Zu ihrem Quartett gehören Musiker der Kölner Szene. Hans Lüdemann, Klavier er ist Dozent an der Kölner Musikhochschule -, Sebastian Räther, Bass und Christoph Hillmann, Schlagzeug.
(...)Ein Ausschnitt von "Liquid Time Part II" aus der CD
sublim II von Angelika Niescier. Sie widmet ihre Einspielung dem Andenken des Schlagzeugers Elvin Jones, dem großen Drummer des John Coltrane Quartetts. Der Aufbau ihrer Stücke lässt das Vorbild dieser klassischen Band manchmal anklingen, doch ist Niescier keine epigonale Stil-Kopistin. Behutsamer Aufbau aus einem Saxophon-Ton in dichte Kommunikation kennzeichnet ihr Stück "Mirum". Das ist wichtig, nicht das schematische Abspulen instrumentaler Kabinettstückchen.

(...) Sie haben es gehört. Hier ist längst nicht alles frei improvisiert, sondern gelenkt durch mündliche Absprachen und gewitzte kompositorische Ideen, die mit dem Rhythmus spielerisch und voller unerwarteter Überraschungen umgehen. Angelika Niescier blickt gern über den Tellerrand einer improvisierenden Solistin hinaus und hat bereits mehrere Theater- und Ballettmusiken geschrieben. Das Quartett ist ein funktionierendes Ensemble mit weiten Freiräumen. Angelika Niescier zeigt sich als eine inspirierende, aber nicht dominierende Chefin.

Klaus Mümpfer, Jazzpodium Dezember 2004
(...)sublim nennt die Saxophonistin ihre Gruppe. (...)"Von Feinsinnigkeit und Einfühlsamkeit zeugend" wäre die passende Interpretation. Allerdings wird dies in einem modernen Sinn für ein neues Gespür für und Eingehen auf Klangfarben, Sounds und rhythmische Strukturen gebraucht. (...) In den komplexen Stückn gewährt die Komponistin sich und ihren Mitmusikern viel Freiraum für Improvisationen und spontane Interaktionen. Und dies nutzen die Saxophonistin, Pianist Hans Lüdemann, Bassist Sebastian Räther und Schlagzeuger Christoph Hillmann weidlich. Feinnervige Ausdruckskraft und intelligente Kreativität sowie erfrischende Unbefangenheit kennzeichnen die Stücke Niesciers und das Spiel von sublim. So klingt zeitgenössischer jazz, der doch in der Tradition verwurzelt bleibt. Angelika Niescier hat ihren eigenen Stil gefunden, dem sie dann auch treu bleibt.

clarino.print /rezension Oktober 2004
Mit der zweiten CD, die schlicht den Titel sublimII trägt, zeigt die Saxophonistin und Komponistin Angelika Niescier erneut, welche Ausrucksvielfalt ihr Quartett ihren Kompositionen verleiht. Sie ist die Frontafrau, ganz klar, und gibt den Ton an. Bogenförmige, warme, melodiöse und vor allem unafgeregte Töne gibt sie vor. Damit fordert sie ihre Mitstreiter, Hans Lüdemann am Piano, Sebastian Räther am Kontrabass und Christoph Hillmann an den Drums, wieder und wieder. Und sie nehmen sie an, die Herausforderung, und zwar mindestens so kreativ und inspirierend wie Angelika Niescier. So ist ein spannungsgeadenes, fast klassichesJazz-Album enstanden. Was diese CD so absolut hörenswert macht, ist die Eigenwilligkeit und Eigenständigkeit der virtuosen Klanggemälde von Angelika Niesciers Soli.
v

clarino.print /feature Oktober 2004
angelika niescier- eine saxophongeschichte in (bisher) drei episoden (folgt bald!)

Angela Ballhorn im Onlinemagazin "melodiva", Oktober 2004
Beeindruckend ist ihr individueller Sound bei beiden Produktionen und die starken Klangvisionen in ihren Kompositionen. Die sieben Stücke sind sehr energie- und spannungsgeladen und geben in ihrer Komplexität, aber auch ihrer Länge allen Musikern die Chance zur improvisatorischen Entfaltung. (...) Angelika Niescier hat mit ihren Musikern eine sehr vertraute Band um sich, die am gleichen Strang ziehen dynamisch, im Spannungsbogen, in der Interaktion und im Solo.

Sonntags Report Leer, Oktober 2004
(...) nur selten bekommt man eine dermaßen ausgewogene Mischung aus freier Improvisation und durchdachten Zusammenspiel zu Ohren.

Soester Anzeiger, Oktober 2004
(...) Atemberaubend virtuose Saxofon-Klangkaskaden über dumpfem Grollen des Kontarbasses, abstrakt-vielschichtige Akkordflächen vom Piano, durchbrochen vom scheppernden Schlagen, Hämmern und Scharren des Schlagzeugs: die kölner Saxophonistin mit ihrer Band "sublim" fordert vom ersten Ton an die volle Aufmerksamkeit der Zuhörer. (...) Immer wieder wird die Vorliebe Niesciers für "odd-measures" deutlich, die sie gekonnt und abwechslungsreich einsetzt. (...) Die Musiker loten in den Stücken alle Facetten ihrer Instrumente aus, beschränken sich nur selten auf das reine Begleiten der Soli, agieren immer als Ensemble- sich gegenseitig zuhörend, Ideen des Mitspielers aufgreifend und variierend oder interaktive Gespräche führend.